Ungelöst – Sylvie Bovet – seit 1985 vermisst

Ferien in Bevaix

Sylvie Bovet wurde am 1. Mai 1973 geboren und lebte mit ihrer Familie in Neuenburg. Im Mai 1985 verbrachte die damals Zwölfjährige einige Zeit im Ferienheim «La Rouveraie» in Bevaix im Kanton Neuenburg.

Sylvie hatte eine cerebrale Lähmung und litt an Epilepsie. Sie hatte schwarze Haare und braune Augen.

Am Donnerstag, 23. Mai 1985, unternahm sie gemeinsam mit einer Erzieherin und einem weiteren Mädchen einen Waldspaziergang.

Wenige Sekunden – dann ist Sylvie verschwunden

Gegen 19 Uhr befindet sich die kleine Gruppe auf dem Rückweg zum Ferienheim.

Etwa 100 Meter vor der Weggabelung, die zurück zur Unterkunft führt, läuft Sylvie ungefähr 30 Meter vor der Erzieherin und dem anderen Mädchen.

In einer Kurve verliert die Erzieherin die Zwölfjährige aus den Augen. Zunächst besteht offenbar kein Grund zur Sorge. Sie geht davon aus, dass Sylvie den kurzen restlichen Weg selbstständig zurückgelegt hat und bereits zum Ferienheim gegangen ist.

Doch als die beiden dort eintreffen, ist Sylvie nicht da.

Von diesem Moment an fehlt von der Zwölfjährigen jede Spur.

Die Suche beginnt noch am selben Abend

Als klar wird, dass Sylvie nicht zum Ferienheim zurückgekehrt ist, wird umgehend nach ihr gesucht. Noch am selben Abend werden ihre Familie und die Polizei verständigt.

Die Einsatzkräfte durchsuchen zunächst die nähere Umgebung von «La Rouveraie». In den folgenden Tagen wird das Suchgebiet immer weiter ausgedehnt.

Doch die Suche bleibt erfolglos.

Es findet sich offenbar weder eine Spur, die erklärt, welchen Weg Sylvie genommen haben könnte, noch ein Hinweis darauf, was unmittelbar nach ihrem Verschwinden geschah.

Auch öffentliche Fahndungen führen nicht zur entscheidenden Spur.

Wie kann ein Kind innerhalb weniger Augenblicke verschwinden?

Gerade die Umstände machen den Fall bis heute so rätselhaft.

Sylvie befand sich nicht allein auf einem längeren Ausflug. Sie lief lediglich einige Meter vor ihren Begleiterinnen. Erst als sie hinter einer Kurve kurz ausser Sicht geriet, verlor sich ihre Spur.

Was in diesem kleinen Zeitfenster geschah, ist ungeklärt.

Verlief sich Sylvie? Verunglückte sie unbemerkt? Oder begegnete sie ausgerechnet in diesen wenigen Augenblicken einer Person, die ihr etwas antat?

Im Laufe der Jahre wurde vor allem die Möglichkeit eines Verbrechens diskutiert. Dabei tauchten auch Namen von Männern auf, die mit anderen schweren Straftaten gegen Kinder in Verbindung standen.

Theorie 1: Urs Hans von Aesch

Einer der Namen, die später im Zusammenhang mit Sylvies Verschwinden auftauchten, ist Urs Hans von Aesch. Der Schweizer wurde 2007 verdächtigt, die fünfjährige Ylenia Lenhard entführt und getötet zu haben. Nach dem Fall überprüften Ermittler auch, ob er für weitere ungeklärte Vermisstenfälle verantwortlich gewesen sein könnte.

Dabei wurde auch Sylvies Verschwinden betrachtet. Konkrete Beweise für eine Verbindung zu ihrem Fall wurden jedoch nie gefunden.

Theorie 2: Werner Ferrari

Auch Werner Ferrari, der wegen der Tötung mehrerer Kinder verurteilt wurde, wurde mit verschiedenen ungeklärten Fällen in Verbindung gebracht.

Ob er etwas mit Sylvies Verschwinden zu tun hatte, konnte jedoch nie nachgewiesen werden.

Theorie 3: Ein unbekannter Täter

Ebenso ist möglich, dass Sylvie einem bislang unbekannten Täter begegnete. Sollte sie tatsächlich entführt worden sein, müsste dies innerhalb jenes kurzen Zeitraums geschehen sein, in dem sie hinter der Kurve aus dem Blickfeld ihrer Begleiterinnen verschwand.

Bis heute gibt es jedoch keinen Beweis dafür, was an diesem Abend tatsächlich geschah.

Zeugenaufruf

Sachdienliche Hinweise nimmt die Kantonspolizei Neuenburg, Tel. 032 888 90 00, oder die Kantonspolizei Bern, Tel. 031 634 41 11, entgegen.

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